Natürlich schön!
Burt's Bees
Lippenbalsam aus Bienenwachs in hübschen Döschen hat dem amerikanischen Naturkosmetik-Label Burt’s Bees den Durchbruch verschafft. Aber wer ist eigentlich dieser Burt und wie kam es dazu, dass sein Portrait die Pflegeprodukte trendbewusster Modemädchen und Celebrities schmückt? BLONDE erzählt euch die wahre Geschichte von Burt, seinen Bienen und einer Unternehmensphilosophie, die massgebend für die ganze Welt sein sollte.
Schon bald konnten sich Burt und Roxanne am ständig steigenden Gewinn erfreuen. Dabei ging es primär nicht um das grosse Geld. Den beiden war es wichtig, Produkte herzustellen, deren Inhaltsstoffe ausschliesslich aus der Natur kommen. Sie wollten nachhaltige Produkte schaffen, die weder auf Menschen, Tiere oder die Umwelt negative Auswirkungen haben sollten, und der Welt zeigen, dass Erfolg auch ohne Ausbeutung möglich ist.
Der Durchbruch von Burt’s Bees kam 1991. Roxanne Quimby fiel durch Zufall ein Buch über selbst gemachte Kosmetik aus Naturprodukten in die Hände. Es inspirierte sie zu der Idee, Lippenbalsam, Nagelhautcreme und Handcreme auf Bienenwachsbasis herzustellen. Auch hier wurde die Prämisse der Nachhaltigkeit befolgt, auch hier wurde darauf geachtet, dass die Verpackung so schön ist wie der Inhalt. „Es ist harte Arbeit und es braucht eine Menge Ausdauer und Glaube an die Vision, um ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen. Und es ist wichtig, an seinen Werten festzuhalten und gleichzeitig darauf zu achten, was da draussen verlangt wird und welche Neuerungen es gibt“, stellt Roxanne fest. Burt’s Bees ist nicht nur en vogue, weil Nachhaltigkeit immer beliebter wird. Von Anfang an waren auf den Verpackungen im Retro-Look Roxannes kultige Portraits von Burts Kopf zu sehen, was den Produkten schnell Platzierungen in Trend-Stores verschaffte. Später wurde die Beliebtheit des Lip- Gloss aufgegriffen und nach einer Alternative gesucht, wie der Glanz natürlich hergestellt werden könnte. Burt’s Bees geht mit der Zeit, möchte die Masse zu nachhaltigen Produkten bewegen und verharrt nicht in kleinen Öko-Nischen.
Erst Maine, dann New York und am Ende die ganze Welt: Die Nachfrage war gross und das Herstellen der Produkte in kleinem Stil schnell nicht mehr möglich. Das Unternehmen zog von Maine nach North Carolina und wurde 2007 von einem grossen Konzern aufgekauft. Die Fans der Produkte waren besorgt, dass es jetzt bergab gehen könnte mit den ökologischen Idealen. Ganz im Gegenteil: Auch heute sind in der Unternehmensphilosophie „The Greater GoodTM“ die traditionellen Überzeugungen und Werte von Burt und Roxanne verankert. Die Produktentwicklung kommt ganz ohne Tierversucheaus, es werden bei der Herstellung weiterhin keine Erdölprodukte und Parabene verwendet. In der Partnerschaft mit Habitat for Humanity sorgt das Unternehmen zum Beispiel dafür, dass umweltgerechte Häuser zu fairen Preisen gebaut werden. Ausserdem unterstützt Burt’s Bees die Wissenschaft bei der Erforschung des bisher ungeklärten weltweiten Bienensterbens. Und auch den Mitarbeitern des Unternehmens wird grünes Denken nahe gelegt: Es gibt privilegierte Parkplätze für die Besitzer von umweltfreundlichen Hybrid-Autos. Wer per Fahrgemeinschaft, Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommt, wird mit Vergünstigungen belohnt.
Und was macht Burt, das Gesicht auf den Döschen, heute? Burt ist zwar auf den Verpackungen verewigt und es kann vorkommen, dass man am Earth Day Burt-Lookalikes durch die Grossstädte der USA rennen und Proben und Rauschebärte verteilen sieht, aber den Original-Burt wird man vergeblich suchen. Er hat sich schon lange aus dem Geschäft zurückgezogen. Und obwohl er mit seinen Bienen Millionär geworden ist, wohnt er noch immer in der gleichen bescheidenen Hütte in Maine. Denn Burt lebt sein Credo: „Die Magie des Lebens wird für mich immer in der Magie des Landlebens liegen und nicht in der Magie des Geldes.“
Seit 2010 gibt es das Kultprodukt aus den USA auch hierzulande in ausgewählten Drogerien, Warenhäusern und Parfümerien. Wo erfahrt ihr in Kürze unter de.burtsbees.com.
von Anna Baur




