Die perfekte Lovestory
Kitsuné
Dass Mode und Musik zusamm engehören, wissen wir nicht erst seit Kaiser Karls Musen aus der Musikwelt oder Madonnas spektakulären Bühnenoutfits von Jean Paul Gaultier. Doch niemand verbindet diese zwei Bereiche zu solch einer perfekten Lovestory wie Loaëc und Kuroki, die unter dem Label KITSUNÉ äusserst erfolgreich Fashion-brand und Platten-label gleichzeitig vereinen.
Im Plattenladen von Gildas Loaëc in Paris begann die Geschichte von Kitsuné. Dort lernte der Musikmann Loaëc, ehemals Manager von Daft Punk, den Architekturstudenten Masaya Kuroki kennen. Sie beschlossen, ein Label zu gründen, das ihre Leidenschaften Musik und Mode verbindet. Und sie wollten vor allem eins: beides richtig machen. Künstler unter Vertrag nehmen, Platten produzieren – und coole Mode machen! Trotzdem gibt es bei Kitsuné keinen Soundtrack zur Kollektion und ihre Klamotten sind auch nicht Merchandise-Produkt des Musik- Labels. Es gebe sogar Fans ihrer Musik, die ihre Modelinie gar nicht kennen würden, sagen die beiden Buddys Loaëc und Kuroki.
Fast könnte man meinen, es wäre ihnen lieber so. Denn vielleicht gerade wegen dieser herrlichen Unangestrengtheit feiert Kitsuné gigantische Erfolge mit seinem Rundum-Paket. Egal was die beiden Label-Chefs anfassen, es scheint kurz darauf Coolness-Status zu haben: Für ihr Platten-Label wurden unbekannte und heute gehypte Indie-Bands wie Hot Chip oder Two Door Cinema Club unter Vertrag genommen. Ihre regelmässig erscheinende Compilation- Reihe „Kitsuné Maison“, feinster Mix aus House meets Elektro und Indie-Rock, die viele bekannte Namen wie Digitalism oder Boys Noize unter einem Dach vereint und in Rekordschnelle zu einer Art „Bravo Hits“-Mixtape für urbane Hipster avancierte, ist weit über Paris hinaus extrem begehrt.
Nicht weniger berühmt sind die „Kitsuné Maison Night“-Partys, die regelmässig in ausgewählten Clubs von Paris bis London und Tokio stattfinden. Und was könnte da näher liegen, als vom Musik-Dealer seines Vertrauens auch gleich noch stylishe Klamotten zu beziehen? Seit 2005 erfreut Kitsuné auch unsere Modeherzen; die Kollektionen der beiden Label-Chefs zeichnen sich durch sportliche, zeitlose Casualwear im Pariser Style aus. Ganz nebenbei betrieb Kitsuné übrigens schon einen temporären Store bei Colette und kooperierte mit APC , Opening Ceremony und Urban Outfitters. Der Fokus bleibt aber: Klasse statt Masse! Nur wenige Läden wie Barneys oder Colette dürfen ihre Kollektionen verkaufen – in Kürze eröffnet nach den beiden Boutiquen in Paris ihr erster Store in New York. Ein ziemlich lässiger Lifestyle aus Musik und Mode ist das, den die Pariser uns da liefern. „Kitsuné“ bedeutet im Japanischen übrigens „Rotfuchs“. Und der soll nach japanischer Mythologie ein Verwandlungskünstler sein – der Name ist eben Programm bei Loaëc und Kuroki. Und ein Ende des Fuchsbaus noch lange nicht in Sicht...
kitsune.fr,
kitsune.fr/journal
von Anna Bok