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Boys Boys Boys

Boys Boys Boys
Mit Yves Hanke auf einen Kaffee

Diesen Sommer interessiert uns nur eins: Boys, Boys, Boys! Und da es in Hamburg einen Shop gibt, der sich genau so nennt und dazu auch noch feinste Magazine und Klamotten von Labels wie Sibling London, Henrik Vibskov, Qasimi, DRKSHDW by Rick Owens oder Silent by Damir Doma verkauft, war es höchste Zeit, uns mit Yves Hanke auf einen Kaffee zu treffen und mit ihm über seinen Laden zu plaudern.

Wie kam es 2009 zu deinem Laden und dem Label Boys Boys Boys?
Das war so ’ne Garagenstory. Ich war zum Geburtstag von einem Kumpel eingeladen und dachte spontan: „Ich schenke ihm ein selbst bedrucktes T-Shirt mit dem Slogan ,Boys Boys Boys‘ drauf.“ Dann fand ich es aber so gut, dass ich es selbst auf die Party angezogen habe. An dem Abend wurde ich ständig nach dem T-Shirt gefragt und sogar von wildfremden Leuten auf der Straße angesprochen, ob sie ein Foto mit mir machen dürften. Danach habe ich zunächst meine Freunde mit dem Shirt versorgt – inklusive kleinem Online-Shop, wo nach drei Monaten eine Bestellung aus San Francisco reinkam. Das lief so gut, dass ein eigener „Boys Boys Boys“-Laden der natürliche nächste Step war.

Boys Boys Boys – sind Frauen unerwünscht?
Nein, überhaupt nicht, ganz im Gegenteil: Mindestens ein Drittel sind Frauen, die bei mir einkaufen! Der Name hat sich einfach durch die T-Shirts etabliert. Ich verkaufe zwar keine Kleider oder Röcke, aber viele Sachen sind unisex und Frauen haben den Vorteil, dass sie im Grunde ja alles anziehen können. In meinem Shop gibt’s viele Oversized-Stücke oder schmale, lange Schnitte, die an Frauen super funktionieren.

Wie würdest du den Look von Boys Boys Boys beschreiben?
Die meisten Labels, die ich anbiete wie Silent by Damir Doma oder DRKSHDW by Rick Owens, verfolgen einen neuen Ansatz in der Männermode: alternative, asymmetrische Schnitte, die man aus der Damenmode kennt, die aber nicht weiblich wirken. Rick Owens macht Männerröcke, die sehen doof aus an Frauen. Mir ist wichtig, dass ich tragbare Sachen verkaufe, die aber im Detail so speziell sind, dass sie sich von der Masse abheben. Die meisten Labels gibt’s in Hamburg und Deutschland sonst nicht oder ich war der Erste, der sie im Laden hatte. Ich mag die Energie von Neuem, das Innovationscharakter hat.

Momentan liegt ja bei Frauen der Tomboy-Style wieder schwer im Trend.
Ich glaube, dass Frauen Männerkleidung tragen, das gibt es schon ewig – seit dem Hosenanzug von Marlene Dietrich oder noch früher. Damals hat das natürlich mehr provoziert. Manchen Frauen steht dieses Boyishe, Burschikose einfach sehr gut. Und es sieht extrem lässig aus, wenn sie weitere Schnitte tragen, mit den Proportionen spielen. Oft kommen Frauen zu mir in den Laden, weil sie nicht drei anderen auf der Straße mit dem gleichen Shirt begegnen wollen.

Wo kann man den Tomboy-Style noch gut shoppen?
Das Label Herr von Eden wird immer spannender. Die aktuelle Frauenkollektion ist stark von der Herrenmode inspiriert, hat aber einen sehr innovativen Look – definitiv eine Top-Adresse für den Tomboy-Style!

Was kommt bei dir als Nächstes? Ein „Girls Girls Girls“-Laden?
Nein. Aber ich könnte mir vorstellen, irgendwann einen weiteren Laden in Berlin aufzumachen. Gerade bin ich dabei, an meinem eigenen Label und einer richtigen Boys-Boys-Boys-Linie zu arbeiten. Dabei lege ich extrem viel Wert auf faire Produktionsbedingungen: Ich war erschrocken, als man mir im Ausland anbot, ich könnte von der blutigen Kinderhand bis zur top ausgebildeten, gut bezahlten Näherin alles bekommen, es wäre nur eine Frage des Preises. Deswegen meine Bitte: ab einem gewissen Alter diese ganze Fast Fashion meiden! Ein Blazer für 19,99 Euro oder ein T-Shirt für 4,99 Euro können nicht fair produziert worden sein, das muss man sich immer vor Augen halten. Besser man investiert in hochwertige, zeitlose Stücke, anstatt viele billige Klamotten mit schlechter Qualität zu kaufen! boysboysboys.de

von Anna Bok