BLONDE - Home
FASHION AND STYLE
LIVING AND CULTURE
BEAUTY AND WELLNESS
TRAVEL
ABONNEMENT
INHALT
KONTAKT
IMPRESSUM
Amy Purdy
Amy Purdy
What the hell is heaven?

Von einem Tag auf den anderen verlor die Boardsportlerin Amy Purdy beide Beine und beinahe auch ihr Leben. Eines hat sich die hübsche US-Amerikanerin allerdings in dieser schier ausweglosen Situation bewahrt: Hoffnung.


Alles begann mit einer vermeintlichen Erkältung. Aber bereits nach 15 Stunden stand fest, dass es leider viel mehr war. Die Ärzte fanden heraus, dass es sich um eine tödliche bakterielle Infektion in meinem Blut handelte – Meningitis. Wir hatten keine Ahnung, wie ich mich mit dieser Krankheit angesteckt hatte. Fakt ist: Wir kommen alle täglich mit dieser Bakterie in Kontakt, aber normalerweise kann unser Immunsystem sie bekämpfen. Einer Statistik zufolge versagt das Immunsystem bei rund 3.000 Amerikanern pro Jahr – warum auch immer, ich war eine der 3.000...“ Mit dieser traurigen Einleitung beginnt Amy Purdys Geschichte. Kurz nachdem diese Diagnose gestellt wurde, begann der Kampf der damals 19-Jährigen ums Überleben. „Ich habe ein ganzes Jahr lebenserhaltende Massnahmen erhalten und das mit einer Überlebenschance, die kleiner als zwei Prozent war. Sie haben mich in ein künstliches Koma versetzt, ich habe meine Milz verloren, beide Nierenfunktionen, einen Teil meines Hörvermögens und sehr, sehr viel Blut. Ich hatte mehrere Bluttransfusionen und aufgrund einer Sepsis wurden mir am Ende beide Beine unterhalb der Knie amputiert. Ich bekam dann auch noch eine Nierentransplantation, an meinem 21. Geburtstag. Mein Vater war der Spender... Während die meisten sich an diesem Tag betrinken, bekam ich Morphium und diverse Immunsuppressiva. Aber ich würde mich nie beklagen, diese Niere war das schönste Geburtstagsgeschenk, das man sich vorstellen kann!“, erklärt Amy.

Ich war schon immer ein Philanthrop, als kleines Mädchen habe ich mein ganzes Taschengeld der Organisation „save the planet“ gespendet, habe einen Bären adoptiert, wollte den Regenwald retten und die Wale.
In dieser Nacht, in der sie ihre Beine verlor, versprach sie sich selber einige Dinge. Sie wollte sich nie selbst bemitleiden, das war ihr das Wichtigste. Das hätten alle anderen um sie herum schon genug getan. Sie musste sich sehr bewusst entscheiden, gedanklich nicht an dunkle Orte zu reisen – wohlwissend, dass sie sonst in eine tiefe und grausame Depression fallen würde. Ihr zweites Anliegen an sich selbst betraf den Sport. Weitermachen, das war die Devise, egal wie. Weitermachen mit dem, was sie so sehr liebt, was sie bis dahin am Leben erhalten hatte, ihr ein Antrieb und eine Leidenschaft war. „Und zu guter Letzt habe ich mir geschworen, wenn ich das überleben sollte, würde ich definitiv anderen helfen. Ich war schon immer eher ein Philanthrop, als kleines Mädchen habe ich mein ganzes Taschengeld der Organisation Save the Planet gespendet, habe einen Bären adoptiert, wollte den Regenwald retten und die Wale. Anderen zu helfen liegt anscheinend in meiner Natur. Ich träumte davon, mich vor eine grosse Menschenmenge zu stellen und laut und deutlich über meine Erfahrungen zu sprechen.“

Prothesenvielfalt par excellence. Sogar Peeptoes mit Schleifen sind dabei - typisch Frau...

Und da steht sie heute tatsächlich. Vor grossen Menschengruppen, die sie versucht, von der überlebenswichtigen Schutzimpfung zu überzeugen. Vor Ansammlungen von Jugendlichen, die ein ähnliches Schicksal erlebten. Vor Fernseh- und Filmkameras. Vor Models, die sie schminkt. Sie motiviert, sinniert und organisiert.

Mehr denn je lebt sie für den Actionsport und steckt ihre gesamte Energie in die von ihr und ihrem Lebensgefährten Daniel Gale 2005 gegründete Non-Profit-Organisation Adaptive Action Sports. AAS organsiert Camps, Events und Wettbewerbe für Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen, gegründet aus der festen Überzeugung heraus, dass die richtige und nötige Unterstützung jedem zur Realisierung seiner Leidenschaften auf dem Brett verhelfen kann. Beeindruckt? Wir auch. Aber so ist sie geworden, die Amy Purdy, die ihren Vorsätzen treu geblieben ist. Bereits vier Monate, nachdem sie ihre ersten Prothesen erhalten hatte, ist sie auf ein Brett gestiegen. Und nach einigen Trial-and-Error-Erlebnissen, wie sie sie selber nennt, konnte sie dann auch wieder Siege bei Snowboard-Contests verbuchen.

Sie hat dieses besondere Etwas. Auf eine sehr magische Art und Weise ist sie umgeben von einer von Durchhaltevermögen getränkten Aura, einer Dunstwolke, die einem permanent zu sagen scheint: „Alles ist möglich.“ Das mag man. Das möchte man. Wir wären alle gerne ein klein wenig Amy. Das dachte wohl auch Pop-Göttin Madonna und engagierte Amy bereits ein Jahr nach deren Entlassung aus dem Krankenhaus als Bionic-Model für eine ihrer Videoproduktionen. Wie es sich denn so anfühle, Miss Purdy zu sein, heute, so viele Jahre nach dieser Tragödie, wollen wir von ihr wissen: „Ich führe ein sehr interessantes Leben. In der einen Minute arbeite ich mit Marines, in der nächsten habe ich ein Photoshooting, am Tag darauf arbeite ich wieder mit behinderten Kids oder schminke jemanden. Ich bin am glücklichsten, wenn ich jede Menge zu tun habe. Und am Ende zählt nur, ob und wie du anderen hilfst und ob du eine Veränderung bewirkt hast.“ Da sind sie wieder, die Gedanken der Bewunderung. Ein kleines, permanent ins Gesicht gemeisseltes Wow ist in Ordnung, wenn man das hier alles liest. Bei Aussagen wie „Ich habe gelernt, dass alles möglich ist, egal welches Hindernis vor dir liegt“, „Wenn du daran ganz fest glaubst, dann wird nichts und niemand dich aufhalten“, „Wir haben doch alle unsere Grenzen, unsere persönlichen Einschränkungen. Ich bin davon überzeugt, dass diese Herausforderungen primär in unseren Köpfen zu bewältigen sind“ oder „Man sollte seinem Geist keine Hindernisse in den Weg bauen“ möchte man am liebsten aufspringen und laut applaudieren. Ach, eigentlich möchte man kotzen, solch ekstatische Gedanken steigen in einem hoch. Und an dem Punkt, an dem man schon fast berauscht ist von so viel Gut-Mensch-Dasein, legt sie tatsächlich noch einen drauf: „Wir sind doch alle einzigartig, das ist etwas Wundervolles. Wir sollten uns umarmen.“ Danke, Amy!

Mehr Infos über Amy findet ihr unter
www.amypurdy.com
www.adaptiveactionsports.com
www.adacs.org
www.elementeden.com/advocates/amypurdy


von Agi Habryka
LIVING & CULTURE
Living & Culture Stories
Bon Mariage

Bon Mariage

Guido the Weddingplaner

Guido the Weddingplaner

Amy Purdy

Amy Purdy

Merci

Merci

Die Zukunft der Stadt

Die Zukunft der Stadt

LIVING & CULTURE | NEWS
Living & Culture News
Rein gelegt

Rein gelegt

Rampensau Tony Hawk

Rampensau Tony Hawk

WeSC Party Berlin

WeSC Party Berlin

Endless Summer

Endless Summer