One for the girls
Cinzano
Ob Schaumwein, Perlwein, Sekt, Prosecco oder gar Champagner – Mädchen lieben das prickelnde Getränk, das so angenehm beschwipst und den Gaumen kitzelt. Aber was finden wir eigentlich an der alkoholhaltigen Brause aus gepressten Reben?
„Cinzaaaaano Aaastiiii“ Wenn Marie ihr Lieblingsgetränk beim Namen nennt, dann klingt das nach Dolce Vita, nach Temperament und lauen Sommernächten. Dabei müsste man jedoch die Augen schließen, denn Marie ist strohblond, eine Hamburger Deern und ihre Italienisch-Kenntnisse erschöpfen sich nach „Mozarella“, „Funghi“, „Amore“ und besagtem Schaumwein. Und dennoch funkeln ihre Augen feurig und man würde ihr fast schon einen beeindruckenden Hüftschwung zutrauen, wenn sie den Späti-Verkäufer bittet, ihr die Flasche der Begierde aus dem hohen Regal zu reichen. Und wahrscheinlich ist genau das einer der Gründe, warum die Damenwelt so verrückt nach sprudelnden Rebsorten aus dem wohlig warmen Süden ist. Ob Italien, Spanien oder Südfrankreich – das Getränk scheint das Lebensgefühl des Landes mit jeder Luftblase zu umschließen, jeder Schluck eine Dosis Gelassenheit, Lebensfreude und südländische Schönheit. Nach zwei Gläsern Cinzano Asti vermag man, jede Konkurrenz auszustechen, ganz wie Sophia Loren in dem Film „Houseboat“. Doch die Belebung südländischer Lebensgeister in hölzernen Nordlichtern ist nicht alles, was dieses Getränk zu können verheißt. Der Verzehr der spritzigen Flüssigkeit ist so ritualisiert wie das Amen in der Kirche. Seit wir denken können, sind wir darauf konditioniert, dass Erfolge mit Schaumwein begossen, Neues mit selbigem bespritzt und Feiern mit ihm eingeläutet werden. Das Knallen eines Korkens hat auf uns dieselbe Wirkung wie früher die Klingel des Eismannes. Wir wissen, was uns erwartet, wir hechten zum vermeintlich freudigen Anlass wie ein Hund zur Leberwurst und wedeln mit dem Schwanz.
Nur bei erquicklichen Ereignissen werden die Gläser mit dem filigranen Stiel befüllt und angehoben. Unser Umkehrschluss: Wenn der bekannte fruchtige Genuss unsere Zunge umspielt, bringt das einen Grund zum Feiern mit sich. Klar, dass wir bei jeder Gelegenheit hoffnungsvoll nach einem Gläschen Schaumwein greifen und sich ein angenehmes Kribbeln im Bauch einstellt, wenn wir die illusorische Kausalität doch so verinnerlicht haben. Man könnte an dieser Stelle anführen, dass Frauen generell emotionaler gepolt und somit anfälliger für solch eine psychologische Manipulation sind, aber die Begeisterung der Damenwelt für ihr Getränk erster Wahl scheint noch anderer Natur zu sein: „Warum ich so gerne Cinzano Asti trinke?“ Marie überlegt und ihre Augen funkeln wieder. „Natürlich weil es schmeckt und zum Ritual mit meinen Mädels geworden ist. Wenn wir uns treffen, knallt der Korken und dann wird viel gelacht. Und weil sprudelnde Flaschen einfach wunderschön sind!“ Beim Betrachten eines Cinzano Asti verfallen wir augenblicklich der ausgesprochenen Formschönheit und anmutigen Ästhetik des Objekts. Das könnte die Frage klären, warum gerade wir Mädels auf ein solches Getränk abfahren. Die Herren der Schöpfung sind ja bekanntermaßen eher dem Hopfen verfallen und vernachlässigen dabei, dass auch die Verpackung zählt. Und nicht nur das: Die Substanz, „die so schön hat geprickelt in unsere Bauchnabel“, ist mit Sicherheit kein Weizenbier, liebe Jungs. Ebenso wenig wie unsere Beweggründe, Fußball zu gucken, rein sportlicher Natur sind. Auf
facebook.com/cinzano.asti werden zur EM die wirklich wichtigen Aspekte der legendären 90 Minuten diskutiert. Marie jedenfalls ist für die Italiener. Cin cin!
von Jibi Butzelmann