Auf einer Welle mit Bali
Ein Besuch im asiatischen Ferienparadies
„Jika tidak dapat diperbaiki, jangan dipecahkan.“ Zu deutsch: „Wenn es nicht möglich ist, etwas zu verbessern, tu es nicht.“ Dieses Balinesische Sprichwort bezieht sich auf Probleme, bei denen man gar nicht erst nach einer Lösung suchen sollte. Den Status Quo akzeptieren. Diese Gelassenheit und Lebensfreude finden wir super und erklären die „Insel der Götter“ zu einem atemberaubenden Urlaubsort: Hier dürfen Träume noch gelebt werden!
Aber Bali ist noch vieles mehr: „Viele Fliegen, viele Menschen, viel Verkehr, viel Schönheit, viele Gerüche, viele Augenblicke und vor allem viel Lachen. Und jedes Mal erlebe ich die ,Insel der Götter‘ auf eine ganz neue Weise.“ Die Einzigartigkeit und Lebensfreude der Balinesen steckte auch Surferin Eva Kreyer schon vor vielen Jahren an. Zum neunten Mal ist die O’Neill-T eamfahrerin bereits auf der Insel. Denn Bali lässt einen nicht los. Absolut erhöhte Suchtgefahr. Die Pro-Surferinnen Eva Kreyer und Lisa Veith von O’Neill sind zehn Tage auf der Insel, um 30 Anfängerinnen an das Brett, das für viele auf Bali die Welt bedeutet, zu gewöhnen, ein Image-Video zu drehen und unzählige Fotos für Magazine aufzunehmen.
Schon wenn man aus dem Flugzeug steigt, stellt sich sofort Urlaubsfeeling ein. Ein suser, stechender Geruch wie beim Vietnamesen um die Ecke steigt in die Nase, es ist heis, doch ein laues Luftchen weht und sofort begrusen einen viele hilfsbereite Indonesier. Ein groses Durcheinander und reges Treiben, trotzdem fuhlt man sich sofort wohl, wenn man die richtige Einstellung mitbringt. Neben Sonnencreme und einem internationalen Fuhrerschein steht namlich eine grosse Portion Geduld ganz oben auf der Packliste für den Koffer nach Bali. Und natürlich das Surfbrett.
Nicht zuletzt erkannten auch die 1.800 Kilometer entfernten Australier das Potenzial Balis. Sie fielen lauthals auf der Insel ein und brachten viel Geld, Bier und ihre Surfbretter mit. Sie waren von den gleichmässigen, hohen und perfekt geformten Wellen sowie den zahlreichen, abwechslungsreichen Surf- Spots begeistert. Ein Paradies für Surfer, ein Hawaii im asiatischen Raum. Die Begeisterung der Australier hinterlässt Spuren auf der Insel: Grosse Hotels, luxuriöse Villen und Müll trüben mancherorts die asiatische Exotik.
Klingt nicht nach einem idealen Urlaubsort? Doch. Gerade der Mix zwischen tosendem Leben, traditionellen Werten und rauer Realität macht den Reiz aus. Die sichtbare Entwicklung fasziniert. Die Balinesen konnten trotz der vielen Einflüsse und Obligatorien fremder Länder ihre Kultur bewahren und präsentieren sie stolz auf bunten Festen, Hahnenkämpfen und in religiösen Riten.
Die Sonne brennt. Mit Kollegin Lisa Veith hinten auf dem Roller fährt die 33-jährige Eva erst mal zum Abkühlen an den Pool des Kima-Surfcamps in Canggu. Die Jungs von Kima betreiben insgesamt vier Surfcamps auf der Insel. Deren Resort, das Essensangebot, der Surfunterricht und das Team sind allein schon eine Reise nach Bali wert. In Canggu im Südwesten der knapp vier Millionen Einwohner schweren Insel bestimmen die landestypischen Reisfelder sowie unzählige fertige und unfertige Villen das Panorama. Der Eco Beach in Canggu bietet eine der besten Wellen der Insel. An den vielen Warungs (balinesische Bistros) kommen sowohl Surfer als auch Einheimische zusammen, um bei einem Bintang-Bier den letzten Surfern des Tages beim Ritt in den Sonnenuntergang zuzuschauen. Ein Stück weiter zurück in Richtung Landesinnere trifft man sich dann im „Café Canggu“ auf ein Steak. Der Chef persönlich, ein Brasilianer, der vor Jahren nach Bali ausgewandert ist, steht Abend für Abend am Grill und serviert von Deftig bis Südamerikanisch ein abwechslungsreiches Menü. Auch den beiden Surfer-Girls läuft das Wasser im Mund zusammen. „Wir erreichen Canggu im letzten Licht dieses reichen Tages und der Himmel brennt über den Reisfeldern. Der Abend endet mit Fisch-BBQ und einem Bintang. Ja, das ist Bali.“
Weiter südlich an der Küste gelegen ist Seminyak auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier geht es schon etwas touristischer zu: Luxushotels, zahlreiche Bars und gut sortierte Boutiquen, die aktuelle australische Labels wie Sass &Bride, All About Eve und Something Else führen. Ein besonderes Highlight ist der „Twentyone Concept Store“ auf der Jalan Raya Seminyak. Der deutsche Surf-Pro Rik Fiddicke gründete mit seiner Frau 2007 das Label Faith21 und liess sich damit auf Bali nieder. Die Kollektionen sind deutlich vom relaxten Lebensstil der Surfer inspiriert. Besonders der verspielte Schmuck spiegelt das leichte Lebensgefühl Balis wider. Ebenso auf der Jalan Raya Seminyak Richtung Norden befinden sich kleine Möbelhäuser, die die typischen exotischen Interiors Asiens zu Schnäppchenpreisen anbieten. Es wäre also durchaus eine Überlegung wert, einen Container mit hinduistischen Skulpturen, alten Holzmöbeln, Bintang-B ier und Surfer-Boys zu beladen und für 500 Euro nach Deutschland schiffen zu lassen...
Vom vielen Shoppen völlig ausgehungert, sollte man im „Corner Store“ einkehren. Das Birchermüesli lässt sich auf der Terrasse an der Ecke der Jalan Oberoi und Jalan Drupardi unter Palmen besonders gut löffeln.
Bei Sonnenuntergang ist das „La Plancha“ direkt am Strand von Seminyak wärmstens zu empfehlen. Bunte Schirme und Lampions, leckere Tapas und sehr attraktive Auswanderer bieten Urlaubsgefühl und Augenschmaus. Einmal im Monat findet hier eine Beachparty mit Live-Musik statt: nicht nur, aber besonders für Singles ein absolutes Highlight. Noch weiter südlich ist die grösste und chaotischste Stadt Balis gelegen: Kuta. Zum Outlet-Shoppen und Günstig-Sirfbrett- und Rollerausleihen durchaus geeignet, sollte man diesen Ort bei Nacht meiden, denn Kuta ist Balis Ballermann.
Deshalb schnell weiter Richtung Süden nach Uluwatu: ho- he Klippen, traditionelle Tempel und kaum Touristen. Dafür umso mehr Surfer, denn die Welle über dem messerscharfen Riff gilt als die anspruchvollste Balis. Daher sind die O’Neill- Teamfahrerinnen Lisa Veith und Eva Kreyer auch nicht weit. „Da der Swell nicht gerade üppig ist, müssen wir bei der Spot- Wahl für die nächsten Tage etwas erfinderisch sein und die gewohnt hohen Indo-Ansprüche etwas herunterschrauben. Man ist ja sowieso viel zu verwöhnt auf dieser Insel! Dafür können Spots angefahren werden, die sonst selten funktionieren oder viel zu gross sind. Unter anderem kommen wir so auch zu einem Spot inmitten eines Hindu-Tempels. Sehr bizarr, vor allem unter dem tiefschwarzen Himmel bei aufziehendem Gewitter! Es wird ein kurzer Surf, bevor wir vor Blitzen und Unwetter aus dem Meer flüchten. Vielleicht wollten die Götter doch nicht, dass wir dort surfen? Als Wiedergutmachung werden schnell ein paar Opferschälchen gefüllt!“
Nach dem Surf geht es in die Bar „Single Fin“, dem Hot Spot Uluwatus. Da das kleine Städtchen in den Berg hineingebaut wurde, müssen viele Treppen bestiegen werden. Neben der entspannten Atmosphäre besticht vor allem der Ausblick über die Klippen hinaus auf das Meer. Die Dächer der Tempel verzieren dieses Gänsehaut erzeugende Bild. Uluwatu ist definitiv der schönste Ort Balis.
Doch Vorsicht bei einem Besuch in den Tempeln! Die Bewohner der Tempel, kleine Affen, sind nicht so hinduistisch veranlagt wie die Errichter der Tempel. Sie klauen alles, was nicht niet- und nagelfest ist und erschrecken ahnungslose Besucher durch Sprünge auf den Kopf. Mit einem Stock bewaffnet sollte man es dennoch wagen und sich diese traditionellen Häuser der Götter ansehen – ein spirituelles Erlebnis der besonderen Art!
Neben Surfen und Yoga bietet Bali ein grosses Angebot an sportlichen Aktivitäten. Mountainbiken, Reiten und Skaten gehören auch dazu. O’Neill-Pro-Surferin Lisa steigt gerne mal vom Wasser auf die vier Rollen um: „Zur Abwechslung – und natürlich ganz uneigennützig – sind wir zu der inzwischen bereits berühmten, aber privaten Skate-Bowl von Julien. Sie ist traumhaft unter Palmen gebaut und so schön geheim versteckt. Unglaublich, was man bei so einer tropischen Skate-Session schwitzen kann!“ Wer Julien und seine Bowl nicht kennt, kann ganz offiziell auf den Skatepark zwischen Seminyak und Canggu zurückgreifen. Aber auch hier haben natürlich die Locals das Vorfahrtsrecht.
Trotz der vielen Touristen auf Bali kann man noch einige unberührte und versteckte Orte entdecken: Roller mieten und einfach drauf losfahren. Das reizt auch die O’Neill-Teamfahrerinnen. „Eine kleine Balinesin kommt, bietet uns einen Führer an, warnt uns vor der ,dangerous road‘ und kassiert einen Passierschein. Dann lacht sie, schüttelt den Kopf und schon geht es los, in die grüne Dschungelhölle hinab. Es regnet, die Strasse ist so steil wie die Talfahrt einer Achterbahn, gemacht für Handkarren und Mopeds, und führt uns in engen matschigen Windungen immer weiter bergab. Gerade zweifeln wir an unserem Unternehmen, da öffnet sich das Land ein wenig und wir parken an einem Reisfeld. Von hier setzen wir unsere Suche nach dem Wasserfall zu Fuss, genauer gesagt barfuss fort. Ein Leichtsinn, wenn man bedenkt, dass Schlangen die einzigen wirklich gefährlichen Tiere auf Bali sind. Aber der Boden schwimmt unter unseren Füssen, das macht das Wandern in Flip-Flops unmöglich.“
Vielleicht nicht unbedingt barfuss, aber Entdecker-Spielen macht auf Bali besonders Spass. Vielleicht findet man dabei die eine oder andere Schatztruhe in den endlosen Reisfeldern, gefüllt mit dem inoffiziellen Gold der Insel, dem Bintang-Bier. Daher der wichtigste Satz auf Balinesisch? Selamat minum! Zu Deutsch: Prost!
Ein Muss auf Bali. Wer hier nicht surfen war, sollte keinem erzählen, dass er überhaupt da war. Hier die besten Spots.
Anfänger: „Double Six“ in Legian
Fortgeschrittene: „Oldman“ in Canggu
Profis: „Racetracks“ in Uluwatu
TATTOO
Ein besseres Souvenir von der Insel, an die man sowieso immer denkt, gibt es nicht.
Bali Shadow Tattoo
Die coolsten Jungs der Insel. Sie sprechen gutes Englisch, sind sehr nett, sehen gut aus und gewannen bereits weltweit viele Awards für ihre Tattoo-Künste.
Dhyana Pura Street 1
Seminyak
balishadowtattoo.com
ESSEN
Auf Bali geht man für umgerechnet 5 Euro am Tag fantastisch schlemmen und süppeln. Und da das Angebot von frischen Kokosnüssen über Reisgerichte bis hin zu wirklich guten Burgern schier endlos ist, kann man schnell einen ganzen Tag in den landestypischen Warungs verbringen.
Sate Bali
Hier bekommt man leckere landestypische Speisen serviert.
Jalan Laskmana 22A
Laskmana
Sardine
Ein Muss für Fischliebhaber!
Jalan Petitenget 21
Seminyak
Little Green Café
Für unsere vegetarischen Freunde.
Jalan Mertanadi 11
Kerobokan
Bali Buddha
Wer hätte gedacht, dass die beste Zimtrolle der Welt auf Bali zu finden ist? Zu finden in Kerobokan, Ubud und Uluwatu
TRINKEN
Single Fin
Uluwatu
Ku De Ta
Verhältnismässig teuer, aber der Blick auf den Sonnenuntergang ist einmalig.
Kudeta
La Plancha
Bunte Schirme, leckeres Essen und viele Beaus bieten Urlaub und Augenschmaus.
Am Strand von Seminyak
SCHLAFEN
Auf Bali ist Luxus durchaus erschwinglich und man kann hier wie ein König leben. Aber auch kleine Doppelzimmer für circa 10 Euro die Nacht sind in Ordnung.
Die schönsten Zimmer Balis
theapartmentscanggu.com
bluepointbayvillas.com
andysurfvilla.com
WEITERE WICHTIGE TIPPS
von Alexandra Krull





